Rednerpult

Rednerpult: Wie man damit umgehen sollte

Rednerpulte gibt es wie Sand am Meer – in klassischem oder modernen Design, eher schlicht oder voluminös. Wenn Sie sich die vielen Angebote allein im Internet ansehen, dann könnten Sie den Eindruck gewinnen, ein Rednerpult ist das „must have“ für den erfolgreichen Redner. Schließlich sind die Dinge so praktisch:

  • Sie können Ihr Redemanuskript ablegen
  • Sie haben Platz für Ihr Glas Wasser und die dazugehörige Flasche
  • Wenn der Saal abgedunkelt ist, haben Sie eine kleine Leselampe, damit Sie Ihren Text immer noch finden
  • Sie können sich dahinter verstecken
  • Sie können sich daran festhalten

Finden Sie nicht auch, dass alleine diese Vorteile ausreichen, um ein Rednerpult zu nutzen?
Okay, Spaß beiseite! Sie haben es sicher gemerkt: Ich halte nicht viel von Rednerpulten. Warum?
Rednerpulte sind wie ein Klotz am Bein. Und ein Klotz am Bein behindert uns unnötigerweise.

Wollen Sie tatsächlich möglichst unsichtbar sein?

Ich nehme jetzt mal nicht an, dass Ihr Vortragsziel lautet, möglichst einen unscheinbaren Eindruck zu hinterlassen und sich möglichst gut zu verstecken. Falls dem so ist, dann ist ein Rednerpult genau das Richtige für Sie. 😉
Nein, ernsthaft. Sie wollen doch mit Ihrem Vortrag etwas erreichen, Sie haben ein oder mehrere Ziele vor Augen.

Welche Ziele wollen Sie mit Ihrem Vortrag erreichen?

Sie wollen Ihr Publikum inIhrem Sinne beeinflussen, es für sich und Ihr Anliegen gewinnen. Vielleicht gehören Sie sogar zu den enthusiastischen Rednern, die Ihr Publikum sogar begeisterten möchten?

Die grundsätzlichen Ziele eines Redners, egal welches Thema ansteht, sind doch Folgende:

  • Ihr Publikum soll Ihnen zuhören
  • Ihr Publikum soll Ihnen gedanklich zustimmen
  • Ihr Publikum soll Ihrer Handlungsaufforderung, Ihrem „call to action“, nachkommen

Ihre Ziele, besonders das Letztere, erreichen Sie aber nur, wenn Sie Ihre „Hausaufgaben“ in Ihrer Rolle als Redner gemacht haben.

Füllen Sie Ihre Rolle als Redner wirklich aus!

Nur wenn Sie präsent sind, können Sie eine positive Beziehung zu Ihrem Publikum aufbauen. Nur wenn das Publikum Sie sympathisch findest, können Sie ein Gemeinschaftsgefühl hervorrufen und mit Ihren Argumenten überzeugen.Kurz, wenn Sie ein charismatischer Redner sind und souverän mit Ihrer Vortrags-Tätigkeit umgehen, dann erreichen Sie Ihr Publikum und Ihre Ziele.

Rednerpulte behindern, ja boykottieren Sie!

Durch ein Rednerpult werden Sie in Ihrer Ausstrahlung und in Ihrem Beziehungsaufbau behindert. Ja, ich weiß, es gibt umwerfende Redner, denen gelingt es trotz des störenden Rednerpults. Aber die sind leider eine Rarität. Es ist für uns „Teilzeit“-Redner schon genug Herausforderung, wenn wir das Publikum für uns gewinnen wollen. Wollen Sie es sich dann wirklich noch etwas schwer machen?

Was ist jetzt das wirklich Hinderliche am Rednerpult?

  • Sie halten keinen Blickkontakt zu Ihrem Publikum, wenn Sie den Text ablesen
  • Das Stehpult ist eine Barriere zwischen Ihnen und Ihrem Publikum. Wie wollen Sie da eine partnerschaftliche Beziehung auf Augenhöhe aufbauen?
  • Okay, falls Tomaten fliegen, können Sie sich dahinter verstecken, aber das passiert heutzutage doch eher selten.;-)
  • Wenn Sie auf einem Podium stehen, ist das bereits genug Abgrenzung, die Sie körpersprachlich und verbal zu überwinden haben. Da brauchen Sie nicht noch zusätzlich eine zweite Barriere mit dem Rednerpult.
  • Ein Rednerpult steht bei vielen Menschen als Synonym für langweilige einschläfernde Vorträge. Kein Mensch rechnet ernsthaft damit, einen lebendigen, interessanten, nützlichen Vortrag zu hören. Wollen Sie wirklich mit diesem schwerwiegenden Vorurteil Ihren Vortrag beginnen?
  • Charisma ist wie ein Heizstrahler, der sich ausbreitet und Ihr Publikum wärmt. Wollen Sie eine Mauer vor Ihrem Heizstrahler aufbauen?

Daher mein Rat: Ignorieren Sie das Rednerpult, verbannen Sie es in die rechte Ecke des Podiums und nutzen Sie Ihre Bühne!

Zur Autorin
Die Kommunikationstrainerin Christine Naber-Blaess M.A. ist Expertin für stressfreies Reden und BusinessTalk. Ihre Seminare drehen sich um die Themen souveräner und selbstsicherer Redeauftritt bei Vorträgen und wichtigen Gesprächen und sinnvoller Umgang mit Aufregung, Nervosität und Lampenfieber. Sie ist außerdem Autorin und betreibt die Blogs http://stressfrei-reden.de und http://stressfreie-akquise.de.  Ihr neues Buch “Souverän und sicher bei Akquise und Verkauf. Ein Trainingsbuch für Solo-Selbständige und Existenzgründer” ist vor einigen Wochen erschienen.

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