Wie ein Redenschreiber arbeitet

Wie Redenschreiber anderen die Worte in den Mund legen

Wie ein Schreiner, ein Fliesenleger, ein Bankkaufmann arbeiten, das können sich die meisten Leute vorstellen. Aber ein Redenschreiber? Einer, der anderen die Worte sozusagen in den Mund legt? Wenn man mich nach meiner Arbeitsweise fragt, wird korrekterweise angeführt, dass ein Redner über ein spezifisches Temperament, einen für ihn typischen Humor und über eine für ihn charakteristische Sprache verfüge. Wie kann man als Redenschreiber all dies berücksichtigen?

Checkliste mit Fragen

Grundsätzlich wäre es natürlich hilfreich, wenn der Redenschreiber den Auftraggeber persönlich kennen würde, ihn zumindest ein Mal treffen könnte. Doch das ist leider meist nicht möglich. Oft erteilen Redner ihre Aufträge relativ kurzfristig. Außerdem scheuen sie die Kosten, die durch ein persönliches Treffen entstehen würden.  Deshalb tauschen sich Auftraggeber und Redenschreiber meist über Telefon und E-Mail aus. Ich verfüge über eine Checkliste an Fragen, die ich dem Auftraggeber zuschicke oder telefonisch kläre. Darin geht es zum Beispiel um die Redesituation, die Stellung des Redners, sein Publikum, seine Absichten und Ziele. Außerdem interessiert mich, welche Reden berühmter Persönlichkeiten dem Auftraggeber zusagen und welche nicht. So kann ich mir einigermaßen ein Bild von meinem Auftraggeber machen. Und ganz wichtig: Ich suche mit dem Auftraggeber nach Geschichten, Anekdoten, Episoden, die man in die Rede einbauen könnte. Auf diese Weise wird die Rede anschaulicher und emotionaler.

Wie aus der „Schreibe“ eine Rede wird

Dann verfasse ich die Rede und arbeite sie so lange um, bis der Auftraggeber zufrieden ist. Doch auch dann ist die Rede noch keine Rede, sondern eine „Schreibe“. Der Redner sollte den Text seinem Sprachduktus anpassen. Außerdem sollte er möglichst frei vom Manuskript vortragen. Das bedeutet für ihn: Üben, üben, üben!

 

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