Präsentation

Virusalarm für Redner und Präsentatoren

Ein Virus grassiert im Land. Fast alle leiden darunter, und das sehr geduldig. An Schulen, Universitäten und anderen Bildungseinrichtungen wird es sogar mit Eifer verbreitet. Kürzlich haben Forscher herausgefunden, dass das Virus nicht nur schläfrig macht, sondern dumm (Siehe FAZ). Doch die Mediziner bleiben untätig. Pädagogen und Erwachsenenbildner verhalten sich gleichgültig oder tragen zur Verbreitung dieses Virus‘ sogar bei. Vielleicht liegt das an seinem Namen, der Macht und Einfluss suggeriert: Powerpoint.

VW verbietet Powerpoint

Doch allmählich regt sich Widerstand. Einzelne Unternehmen verbieten Powerpoint, darunter auch der Weltkonzern VW. „Less paper, more pepper“, fordert Vorstandsvorsitzender Martin Winterkorn und spricht sich damit für inhaltsreichere Präsentationen aus.
In der Schweiz hat sich sogar eine Anti-Powerpoint-Partei gegründet. Als diplomierter Geschichtenerzähler stimme ich der Argumentation des Parteigründers voll und ganz zu. Wem wurde  schon mal eine gute Geschichte mit Powerpoint erzählt?  Wer ohne Powerpoint präsentiert, erzielt mehr Wirkung. Er ist seinem Publikum näher. Er kann besser Emotionen vermitteln. Der Präsentator steht im Mittelpunkt und nicht die Präsentation. Er ist authentischer.

Ok – manchmal ist Powerpoint ganz praktisch. Zum Beispiel, wenn man bunte Bilder an die Wand werfen oder einen Videoclip zeigen will. Animationen lassen sich mit dieser Software recht leicht erstellen. Doch wehe dem, der sein Publikum mit Unmengen von Folien zutextet! Der darf sich hinterher nicht beschweren, dass die Menschen immer dümmer werden!

Meine Tipps für alle, die eine Präsentation halten dürfen:

  • Überlegen Sie sich zu Beginn, was Sie mit Ihrer Präsentation erreichen möchten.
  • Finden Sie Bilder, stimmige Metapher  und Geschichten, die Ihr Redethema verständlich und konkret machen. Aber Achtung: Eine Metapher oder eine Geschichte reicht in der Regel. Zu viele unterschiedliche Vergleiche und Bilder können verwirren.
  • Konzentrieren Sie sich auf das Wesentliche. Details können Sie als Skript nachreichen.
  • Versuchen Sie auch bei ernsten Themen Ihren Vortrag mit Humor aufzulockern.
  • Fassen Sie sich kurz.
  • Sprechen Sie möglichst frei. Setzen Sie zum Beispiel Karteikärtchen als Gedächtnisstütze ein.
  • Verzichten Sie auf ein Rednerpult. Sie wirken dann lockerer und sind ihrem Publikum näher.

 

 

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