Gesundheitsgefährdung: EU verbietet Grußworte

In die Ohnmacht gegrußwortet

Ganz so schlimm ist es noch nicht – zum Glück! Die EU ist noch nicht tätig geworden. Aber sicher ist es Ihnen auch schon so ähnlich wie mir gegangen: Sie besuchten eine Eröffnung, Einweihung oder eine andere feierliche Veranstaltung, und Sie litten. Denn es trat eine Armada von Grußwortrednern nacheinander ans Rednerpult.  Und jeder von diesen sagte im Prinzip das Gleiche, der eine länger, der andere kürzer. Dazwischen verlängerte ein musikalischer Beitrag die Zeremonie. Im Hintergrund wurde derweil das Kalte Büffet aufgebaut. Das Geschirr klapperte, und der eine oder andere Korken einer Sektflasche knallte. Dies führte zwar zur Erheiterung des Publikums, trieb die Redner aber leider nicht zur Eile an.
Bei einer Einweihungsfeier in einem Dorf in meiner Nähe wurde  eine Zuhörerin sogar in Ohnmacht gegrußwortet. Denn die Zeremonie fand bei 30 Grad im Schatten im Stehen statt und hatte schon zweieinhalb Stunden gedauert.

Rednerliste kürzen

Wer macht hier etwas falsch? Zunächst der  Veranstalter. Dieser will sich mit möglichst vielen mehr oder weniger prominenten Personen schmücken oder fühlt sich verpflichtet, diese einzuladen.  Doch diese Gäste wünschen sich als Gegenleistung, ein Grußwort sprechen zu dürfen. Denn nur wer spricht, wird in der Regel von der lokalen Presse namentlich genannt. Als Veranstalter sollte man nicht nur die Redezeit der Grußwortredner begrenzen, sondern auch deren Anzahl. Wenn dies nicht möglich ist, sollte man die Rednerliste entzerren. Ein Teil der Redner könnte zum Beispiel später sprechen, vielleicht nach einem Sektumtrunk.
Auch die Verantwortlichen der Presse könnten ihren Teil zu kürzeren Zeremonien beitragen. Indem sie zum Beispiel in einem Info-Kasten neben dem Hauptartikel die Namen der Ehrengäste nennen, auch wenn diese keine Rede gehalten haben. Damit könnte der Zwang des Redenmüssens bei den Ehrengästen entfallen.

„Gruß-Wort“ statt „Gruß-Roman“

Und natürlich sind auch die Grußwortredner gefragt. Sie könnten sich darauf besinnen, dass es „Gruß-Wort“ heißt und nicht „Gruß-Roman“. Sie könnten  öfter mal auf ihr Grußwort verzichten und immer das Publikum und die äußeren Umstände im Auge behalten. Denn schließlich ist das Publikum nicht für die Redner da, sondern die Redner für das Publikum.

 

 

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