Geschichten erzählen

Geschichten erzählen, Gefühle wecken

Geschichten erzählen hilft, Ziele zu erreichen

Gute Redner sind gute Geschichtenerzähler. Indem Sie gute Geschichten erzählen  und dies auch noch auf eine gute Weise, lösen Sie Emotionen in Ihren Zuhörern aus. Diese hören gebannt zu und schenken Ihnen Ihre  volle Aufmerksamkeit. Denn die Menschen wollen wissen, wie es weitergeht. Am Ende der Rede behalten die Zuhörer Sie und Ihre Geschichte in guter Erinnerung. Und womöglich tun sie genau das, wozu Sie sie motivieren wollten. Sie kaufen etwas, ändern ihr Verhalten oder machen kostenlos Werbung für Sie. Und genau das ist es doch, was wir als Redner erreichen wollen, oder nicht?

Leider gibt es sehr viele negative Beispiele von Präsentatoren, die genau dies nicht schaffen. Denn ihr Vortrag ist mit Fakten überfrachtet. Die Präsentatoren, die ich bewusst nicht als Redner bezeichne, zeigen mit  der Software Powerpoint Schaubilder, Tabellen und Textwüsten. Sie dozieren wie ein Professor alter Schule in einem Pro-Seminar.  Am Ende haben sie womöglich ihr Publikum bestens ausgebildet, wenn es denn zugehört und alles verstanden hätte. Aber außer einem artigen Applaus geschieht in der Regel nichts.

Zuerst die Geschichte, dann die Fakten

Albert Brückmann aus Mosbach, www.albertbrueckmann.de, hat bei seiner Präsentation alles richtig gemacht. Er stellte  kürzlich sein Startup-Unternehmen „Meminto“ vor. Dabei handelt es sich um ein digitales Werkzeug für PC und Smartphone. Damit kann man zu Lebzeiten sicherstellen , dass die Nachkommen über den hinterlassenen  digitalen Nachlass verfügen können. Dabei geht es nicht nur um Passwörter für Internetportale, sondern auch um Fotos und Videos, die in der Cloud hinterlegt sind. Ein wertvoller Schatz der Erinnerung!

Albert Brückmann hätte nun über die technischen Feinheiten seines Programms informieren können. Er hätte dessen Funktionsweise beschreiben, durch die Menüsteuerung führen können. Er hätte Statistiken präsentieren können über hinterlassenen Datenmüll im Internet. Er hätte über den Stand der Forschung zu diesem Thema sprechen und seine Ausführungen mit Schaubildern und Tortengraphiken untermauern können. Doch all das tat er nicht.

Er erzählte eine Geschichte.

Die Geschichte über eine Uhr, die nur in sehr kleiner Stückzahl hergestellt wird und deshalb sehr viel Geld kostet. Eine Uhr, die man kauft, um sie zu vererben. Ein Erinnerungsstück für den Sohn, wenn der Vater tot ist, für den Enkel, für den Urenkel. Ein Gegenstand, der den Verstorbenen über Jahre begleitet hat, den er immer getragen hat. Kann es ein emotionaleres Erinnerungsstück an einen geliebten Menschen geben? Man spürte: Die Zuhörer waren berührt. Ich denke, jeder fragte sich: Was hat das mit Meminto, was hat das mit mir zu tun?

Dieser Brückenschlag gelang Albert Brückmann auf perfekte Weise. Denn ähnlich wie bei dieser wertvollen Uhr verbinden wir alle wertvolle Erinnerungen an einen geliebten Menschen mit Bildern aus glücklichen Tagen. Und diese Fotos und Videos liegen zunehmend digital vor, oft in Portalen und in der Cloud. Und damit all das nicht verlorengeht, dafür gibt es Meminto.

MIt diesem Einstieg hatte Albert Brückmann das Publikum für sich gewonnen und sein Interesse geweckt. Jetzt wollten es die Zuhörer genauer wisssen: Wie funktioniert das? Was kostet das? Was kann man damit machen? Über Emotionen weckt man Interesse. Über das Gefühl erhält man Zugang zum Verstand seiner Zuhörer.  Und nicht umgekehrt. Wann werden also auch Sie nicht mehr präsentieren, sondern Geschichten erzählen?
Siehe auch: Redenschreiberportal

 

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