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Erfolgreicher mit Ihrer Rede zum Jahreswechsel

Wichtig: Ein guter Rede-Beginn als Eisbrecher

Kürzlich besuchte ich den Jahresschlussempfang einer IHK. Der Präsident war der einzige Redner. Er durfte begrüßen, die wirtschaftliche Situation beurteilen, einen Video in seine Rede einflechten, ein verdientes Mitglied ehren – eine Mammutaufgabe für einen Redner. Der Mann mag ein hervorragender Präsident und Manager sein – doch mit dieser sicher nicht leichten Aufgabe  war er etwas überfordert.

So fehlte seiner Rede ein richtiger Anfang. Der Mann fing einfach an zu begrüßen. So begrüßte er mehrere Minuten lang mehr oder weniger bekannte Persönlichkeiten, ganz ohne Ein- und Überleitung. Das Publikum blieb unruhig und unaufmerksam. Kein Wunder: Es fehlte der sogenannte „Eisbrecher“, mit dem man zu Beginn einen Kontakt, eine Beziehung zum Publikum herstellt und dessen Aufmerksamkeit gewinnt. Das kann eine nette Geschichte sein, ein persönliches Erlebnis, etwas Humorvolles. Hat man auf diese Weise die Aufmerksamkeit und die Zuneigung des Publikums gewonnen, kann man mit dem Hauptteil der Rede beginnen.

Geben Sie Ihrem Publikum zu Beginn einen Überblick über Ihre Rede

Da der Redner mit seinem Vortrag einen weiten Bogen spannte und viele verschiedene Themenbereiche ansprach, wäre es für die Zuhörer hilfreich gewesen, der Redner hätte zu Beginn einen Überblick über seine Rede gegeben. Dann hätte man sich im Verlauf der Rede besser orientieren können. So hatte man den Eindruck, der Redner arbeite verschiedene Pflichtbereiche einfach ab. Von der Bildungs- über die Steuerpolitik bis zur Infrastruktur – nichts schien er auslassen zu wollen.
Das Ende der Rede kam ziemlich unvermittelt, um nicht zu sagen überraschend. Denn es fehlte eine Überleitung zum Schluss, ein Fazit oder eine kurze Zusammenfassung.

Eine weitere Schwäche der Rede: Der Präsident verwendete häufig einen gespreizten Nominalstil. Er fand nie in einen Erzählton, sondern blieb in seinem Vortrag distanziert, sogar dann,  wenn er humorvolle Bemerkungen einflocht. Weite Teile seiner Rede las er vom Manuskript ab.

Wie hätte man von Seiten der Organisatoren dem Redner und dem Publikum die Aufgabe einfacher machen können? Indem man einen professionellen Moderator engagiert hätte. Dieser hätte Pflichtaufgaben wie Dankes- und Begrüßungsworte übernehmen und den Hauptredner anmoderieren können. Er hätte den Videoclip zum Thema Ausbildung in die Veranstaltung einbinden und auch zur Ehrung überleiten können. Der Hauptredner wäre durch den Moderator entlastet worden. Der Präsident hätte leichter einen Erzählfaden für seine Rede finden können.  Für das Publikum wäre die Veranstaltung interessanter und abwechslungsreicher geworden.

Sicher: Ein Moderator hätte das Budget der Veranstaltung zusätzlich  belastet. Aber es hätte sich gelohnt. Der offizielle Teil wäre mit ihm sicher von ähnlich hoher Qualität gewesen wie das anschließende warme Büfett.

Copyright: Martin Bernhard,  www.diefeder.de

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